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News vom 20.02.2019

Studie: Integrierte Finanzkommunikation. Eine Analyse der Zusammenarbeit von Corporate Communications und Investor Relations bei Themen der Finanzkommunikation

eingeordnet von Anne-Katrin Ehrt
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Studiensteckbrief: Integrierte Finanzkommunikation

Erkenntnisinteresse

Wie arbeiten die Funktionen Investor Relations und Corporate Communications in der Finanzkommunikation zusammen? Wie stimmen sie sich ab? Gibt es wiederkehrende Konflikte? Gibt es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Aspekten der Koordination und dem Integrationsgrad? Sind bei unterschiedlich intensiver Integration Unterschiede in der Zusammenarbeit erkennbar?


Methode

Mehrmethoden-Untersuchung aus qualitativer Befragung (14 Experteninterviews) und quantitativer Onlinebefragung von 148 Finanzkommunikations-Verantwortlichen börsennotierter Unternehmen der DACH-Region. Befragungszeitraum unbekannt.


Ergebnisse

Nur in gut der Hälfte der Fälle fordern Vorstände eine Zusammenarbeit von Investor Relations (IR) und Corporate Communications (CC) im Bereich Finanzkommunikation ein. Über 90% der Befragten pflegen sie dennoch als Notwendigkeit, um ihre Aufgaben zu bearbeiten:

  • Gemeinsam werden vor allem strategische Anpassungen, die Kommunikation von Sondersituationen wie z.B. Führungswechseln und das Coaching der CEOs erarbeitet.
  • Ca.40% der Befragten geben an, dass sich beide Funktionen mehrmals pro Woche abstimmen. Genutzt werden dabei meist klassische Kanäle der Zusammenarbeit (Gespräche, E-Mails und Telefon). Collaborationsplattformen oder gemeinsam genutzte Laufwerke sind selten, die Abstimmung erfolgt eher informell und anlassbezogen. Dabei geht es vor allem um Inhalte und Zeitplanung, weniger um Strategie (-Ziele) und die formale Umsetzung.
  • Mehr als drei Viertel schätzen die jeweils andere Funktion als Sparringspartner, auch wenn sich kulturelle Unterschiede ausmachen lassen. Größere Konfliktherde werden nicht benannt. IR-Abteilungen kommunizieren eher zurückhaltend und weniger themensetzend, empfinden den Grad formeller Abstimmung zwischen beiden Abteilungen als weniger hoch ein als die CC-Kollegen und wünschen sich mehr Abstimmung. Eine gemeinsame Evaluation der Ergebnisse mit gemeinsamen Kennzahlen (von 13% der Befragten genannt) oder Methoden/Tools (8%) ist die Ausnahme.

Knapp zwei Drittel der Befragten ordnet die Studie einem höheren Integrationsniveau zu, vor allem aufgrund der Frequenz, dem Formalisierungsgrad und der strategischen Ausrichtung der Zusammenarbeit. Dabei zeigt sich:

  • Stärkere Integration findet vor allem in größeren Unternehmen statt
  • Gegenseitige Wertschätzung, Wir-Gefühl und Zufriedenheit nehmen mit höherer Integration zu, Konflikte um Zuständigkeit und Informationsübergabe nehmen ab
  • Die Nutzung kollaborativer Arbeitsmethoden ist stärker ausgeprägt
  • Ziele und Evaluation werden stärker abgestimmt

Abschließend zählt die Studie eine Reihe Maßnahmen auf, mit denen eine stärkere strategische und formelle Integration erreicht werden kann, u.a.:

  • Den formellen Austausch im Arbeitsalltag ritualisieren
  • Perspektivwechsel und Mehrdisziplinarität z.B. durch Hospitationen fördern
  • Abstimmung fördern: in gemeinsamen Offsites, bei der Zielentwicklung und bei der Evaluation

Unser Fazit

Die Studie ist, wie auch ihr Vorgänger zu Finanzkommunikation und Digitalisierung, methodisch fundiert aufgebaut, die Herleitung von Kriterien für eine stärkere Integration aus den Daten ist schlüssig und die Ergebnisse sind klar dargestellt. Leider ist der Befragungszeitraum nicht ersichtlich, so dass man die Aktualität der Daten (z.B. in Hinblick auf die Verwendung von neueren Zusammenarbeitskanälen) schlecht einschätzen kann.

Die Vorteile integrierter Finanzkommunikation werden am eindrücklichsten von Befragten einer kleinen Kontrollgruppe genannt, die in von vornherein integriert aufgebauten Abteilungen arbeiten: Eine schlüssige One-Voice-Kommunikation, weniger Abstimmungsaufwand, mehr strategisches Alignment.

Obwohl nicht alle Forschungsfragen ausführlich beantwortet werden (zu gemeinsamen Zielen etwa hätte man sich mehr Details gewünscht), ist die Studie durch die angeschlossenen Handlungsempfehlungen, die durchaus auf andere Themenfelder übertragbar sind, ein guter Ausgangspunkt auf dem Weg zu integrierter Kommunikation.

Veröffentlichung

Februar 2019: Center for Research in Financial Communication der Universität Leipzig / Prof. Dr. Christian Pieter Hoffmann, Sandra Tietz


Mehr Informationen zur Studie: Integrierte Finanzkommunikation. Eine Analyse der Zusammenarbeit von Corporate Communications und Investor Relations bei Themen der Finanzkommunikation.


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